Berlin Energie soll Zuschlag für das Gasnetz bekommen

Bild von Gasrohren; Quelle: Website von Berlin Energie; © Fotolia.com

Comments

  • „einem nach strengen Regeln der EU und des Energiewirtschaftsgesetzes strukturiertem Vergabeverfahren konnte sich Berlin Energie als Newcomer mit dem besten Angebot durchsetzen. “

    schon sehr sehr komisch wie ein 8 Mann Unternehmen gegen ein Unternehmen wie die Gasag gewinnen kann.

    Politik ist, wenn der Geldkoffer von der einen Seite des Tisches zur anderen wechselt.

    • Die Energienetze sind, ebenso wie die Wasserversorgung, ein wesentlicher Teil der öffentlichen Daseinsversorge. Die Entscheidung der Vergabestelle ist das Ergebnis eines umfassenden, transparenten und diskriminierungsfreien Verfahrens.

  • Glückwunsch, da hat sich der Senat mal was getraut! Den Berliner freut’s, wenn Dank Wettbewerb die Preise endlich die Richtung wechseln. Das Stromnetz sollte sich Berlin nun auch zurückholen.

    Beste Grüße!

  • Was für eine blödsinnige Entscheidung !
    Punkt 1: Rd ´. 700 Mitarbeiter/innen der GASAG wandern direkt in die Arbeitslosigkeit.
    Punkt 2: Die 2. Anreizperoide ab 2018 führt automatisch zu sinkenden Netzentgelten (auch bei der aktuellen Netztochter).
    Punkt 3: Berlin Energie hat ganze 8 (in Worten: ACHT) MItarbeiter/innen. Was für eine Expertise!!!

    • Danke für Ihre Frage, gibt sie uns doch Gelegenheit, näher darauf einzugehen:

      Zu 1:
      Herr Neldner, Geschäftsführer Berlin Energie, hat zum ersten Mal auf den Energietagen 2013 zu der Personalthematik Stellung bezogen und die Aussage danach bei vielen Gelegenheiten wiederholt: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die heute für die GASAG das Gasnetz Berlins betreuen, werden auch in Zukunft, so Berlin Energie die Gaskonzession zugesprochen bekommt, für das Berliner Gasnetz arbeiten. Ohne Wenn und Aber.

      Dies bedeutet – etwas juristischer ausgedrückt: Berlin Energie tritt – mit allen Rechten und Pflichten – in die Arbeitsverhältnisse der beim Übergang des Netzbetriebes bei der GASAG/NBB-Gruppe angestellten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Tätigkeit vollständig oder überwiegend dem Betrieb des Berliner Gasnetzes zuzuordnen ist, ein.

      Zu 2.:
      Sie spekulieren über einen Sachverhalt, der noch weit in der Zukunft (2018) liegt und zu dem es derzeit keine verlässlichen Aussagen gibt. Berlin Energie beteiligt sich an derartigen Spekulationen grundsätzlich nicht.
      Unsere Aussage hingegen, die durch entsprechende Maßnahmen unterlegt ist, besagt, dass wir ab 2018 Effizienzen, die wir unternehmerisch als Kombinationsnetzbetreiber – auch in Kooperation mit weiteren kommunalen Unternehmen in Berlin – heben können, an unsere Kunden weitergeben. Dies haben wir in unseren Businessplänen abgebildet.

      Zu 3.:
      Das Vergabeverfahren um die Gas-Konzession (d.h. Nutzung des öffentlichen Straßenlandes für Gastrassen gegen Entgelt) ist gesetzlich verankert und damit demokratisch legitimiert. Der Wettbewerb hat diskiriminierungsfrei und transparent zu erfolgen. Der jeweilige Gewinner dieses Wettbewerbs kann grundsätzlich davon ausgehen, dass – sofern der bisherige Konzessionsinhaber in diesem Wettbewerb unterlegen ist – der Übergang der Technik, des Personals und der Betriebsprozesse einvernehmlich erfolgt. Für diesen Übergang gibt es bestimmte Regelungen, die einzuhalten sind, siehe z.B. auch dazu die Antwort zu Frage 1.

      Zudem wäre es einem Newcomer kaum zuzumuten, mehrere Hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor dem Erhalt der Konzession einzustellen. Dies wäre ein unzumutbares Risiko für eben diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, da ja im Wettbewerb nicht davon auszugehen ist, dass eine Partei schon im Voraus sicher sein kann, den Zuschlag zu erhalten. Zudem würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ungebührlich benachteiligt, die bisher das Gasnetz betreut haben, wenn beim neuen Gasnetzbetreiber schon alle Stellen quasi im Vorgriff besetzt werden würden.

      Daher ist nachvollziehbar, dass ein Newcomer im Voraus nur eine qualifizierte Managementebene besetzen kann und muss, wie im Fall der Berlin Energie, damit die Überleitungsprojekte und damit der sichere Übergang an sich ordnungsgemäß und professionell bearbeitet werden können. Zudem hat Berlin Energie einige Hundert Leistungspakete mit Unterstützungsunternehmen vertraglich abgesichert, um alle Anforderungen jederzeit abdecken zu können. Dies bezieht sich z.B. auf Räume, Fahrzeuge, Kundenzentren, IT-Anlagen, Software usw.

      Neben den fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Berlin Energie sowie den Unterstützungsbetrieben stehen Berlin Energie eine Anzahl von ausgewiesenen Beratern zur Seite, die über spezielle und langjährige Erfahrungen gerade im Bereich der Übernahme von Netzen verfügen.

      Insgesamt haben wir seitens Berlin Energie damit eine gute Balance geschaffen, zwischen eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zukünftigen Möglichkeiten, dass GASAG-Gasnetz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in Zukunft das Berliner Gasnetz betreuen, Unterstützungsbetrieben, die Leistungen auf vertraglicher Basis zur Verfügung stellen und Beratern, die zusätzliche Erfahrungen einbringen können.

  • Hans: da muss ich Dir recht geben; wie kann das sein :“ Das ein 8 Mann Unternehmen gegen ein Unternehmen wie die Gasag gewinnen kann.
    Politik ist, wenn der Geldkoffer von der einen Seite des Tisches zur anderen wechselt.“
    Da dachte man wohl das geht so durch weil alle auf die WM schauen und darauf keiner achtet. Und wenn ein 8 Mann unternehmen das Gas Netz hat übernehmen die das Stromnetz auch. Was haben unsere Politiker sich hier wieder zu geschoben.? Das klingt nicht nur nach geldkoffer geschiebe das klingt nach Absprache!! Unglaublich!
    8 Mitarbeiter sorgen für die Sicherheit , die Funktionsfähigkeit und Modernisierung des gesamten Berliner GasNetzes? Wer glaubt wird seelig!! Hier ist dringend eine genauere Untersuchung fällig! Wie kann so etwas passieren . Hier ist was faul in der Stadt Berlin!!
    Es stinkt

  • Liebe Berlin Energie,

    Sie werben auf Ihrer „Internetseite“ mit der Sicherstellung zur Daseinsvorsorge, bezahlbaren Energiekosten und einer „neuen“ Transparenz.

    Aus den von Ihnen zur Verfügung gestellten Information geht allerdings nicht hervor, dass eine deutschlandweite Studie einer renommierten Wirtschaftsprüfergesellschaft über die Entwicklung der Netznutzungsentgelte zum Ergebnis kommt, dass im Vergleich von infrastrukturell ähnlichen Netzgebieten genau die Netzgebiete bei den Entgelten stärkere Anstiege verzeichnen, welche wieder zurück in kommunale Trägerschaft gekommen sind (Stichwort: Rekommunalisierung). Hauptgrund war eine erhebliche Misswirtschaft. Auch waren es die einzigen Netzbetreiber, die rote Zahlen in Ihren Abschlüssen hatten. Sicherlich lag das unter anderem auch an den hohen Finanzierungskosten. Allerdings ist dabei auch ein großes Maß an unternehmerischer Unfähigkeit zu erkennen (ähnlich wie bei den Berliner Wasserbetrieben und der Berliner Stadtreinigung).

    Von Ihnen bedeuten stabile Netznutzungsentgelt nicht automatisch günstigere Energiekosten, da diese von der weitaus mehr Faktoren abhängen.

    Wie wollen Sie eigentlich für stabile Netznutzungsentgelte sorgen (die ja nicht automatisch zu günstigeren Energiepreisen führen), obwohl Ihnen,

    – die Mitarbeiter
    – das Know How
    – das Eigenkapital
    – die IT-Systeme
    – die Betriebsstätten
    – und, und, und fehlt

    Der ausgeschriebene Konzessionsvertrag hat eine Laufzeit von 10 Jahren. Wie wollen Sie es schaffen, in dieser kurzen Zeit:

    – ein funktionierendes Unternehmen aufzubauen (ein Betriebsübergang des GASAG Netzbetreibers ist ja nicht 100{ec67738c2b797bdb7a516384494dc5d7c1d185761f57506e2820f30053ae0e65} klar)
    – Kredit und Zinsen für die enorme Verschuldung in Höhe von ca. 800 bis 1.000 Mio. Euro zu tilgen
    – ausreichend Investitionen in Erhalt und Wartung des Netzes zu stecken
    – ausreichend Investitionen in neue Infrastruktur und den Ausbau zu leisten
    – Sponsoring und regionale Verantwortung zu übernehmen
    …und darüber hinaus auch noch Gewinn zu machen! Denn ohne Ihnen zu viel unterstellen zu wollen; darum geht es doch hauptsächlich!

    Bis zum heutigen Zeitpunkt haben Sie bereits ca. 8 Mio. Euro an Steuergeldern für das Konzessionsverfahren aufgebraucht. Im Ergebnis konnten Sie den Vergabevorschlag von Herrn Nussbaum zwar für sich beeinflussen. Darüber hinaus ist aber noch nichts zu sehen.
    Alle Versprechungen, die Sie im 3. Vergabebrief gemacht haben, stehen auf ein paar Seiten Papier.

    Ein einfaches Beispiel: In den Medien war davon die Rede, dass Sie bei auftretenden Havarien eine weitaus kürzere Reaktionszeit haben, als Ihr Wettbewerber, die GASAG. Wie wollen Sie das denn erreichen? Wird das Wartungsteam zukünftig etwa mit Helikopter herangepflogen?

    Vielleicht können Sie mir ein paar Antworten auf meine Fragen geben, deren Aussage über Ihre 1-Seiten-Internetseite hinaus geht. Vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Herr Z.

    • Sehr geehrter Herr Z.,

      vielen Dank für Ihre Fragen.
      Wie in jedem Wirtschaftszweig gibt es auch bei den Verteilnetzbetreibern positive und negative Beispiele. Uns ist jedoch keine Studie bekannt, der zufolge private Verteilnetzbetreiber prinzipiell erfolgreicher als kommunale Netzbetreiber arbeiten.
      Auch die GASAG war den weit überwiegenden Teil ihrer langen Geschichte ein kommunal geführtes Unternehmen. In diesem Zusammenhang ist insbesondere auch auf die Bundesnetzagentur hinzuweisen,
      die alle Netzbetreiber im Hinblick auf einen effizienten Netzbetrieb überwacht.
      Nach dem Energiewirtschaftsgesetz sind Konzessionen Mandate auf Zeit, in der ein bestimmtes Energienetz vom Konzessionsinhaber zu betreiben ist. Jeder Konzessionsinhaber muss also damit rechnen, dieses Recht nach Ablauf der Frist zu verlieren und einem Anderen zu übertragen.
      In einem per Gesetz geregelten transparenten und diskriminierungsfreien Wettbewerbsverfahren kann sich auch ein sog. Newcomer, wie Berlin Energie, um eine solche Konzession bewerben. Berlin Energie hat in dieser Bewerbung ganz bewusst kein personell vollständig besetztes Unternehmen aufgebaut, sondern favorisiert die geregelte und sozialverträgliche Überleitung des vorhandenen Personals (Hinsichtlich der inhaltlichen Begründung verweisen wir auf die Webantwort zu „Hansemann“.)
      Ihre weiteren auf Einzelheiten unseres Angebots abzielenden Fragen haben wir gegenüber dem Land Berlin detailliert beantwortet. Leider können wir keine Einzelheiten aus diesem mehr als 800 Seiten umfassenden Angebot darlegen, weil wir – wie die anderen Bewerber -eine zeitlich nachwirkende Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet haben.

      Mit freundlichen Grüßen
      Wolfgang Neldner
      Geschäftsführer

      Berlin Energie

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Über Berlin Energie

Berlin Energie bewirbt sich um die auslaufenden Berliner Konzessionen für Gas und Strom.

Als leistungsstarker und innovativer Kombinationsnetzbetreiber werden wir die Energieinfrastrukturen unserer Stadt effizient und verlässlich betreiben sowie zukunftsfähig machen – für die Menschen und die Industrie in Berlin. Weiterlesen ...

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